Post Single Page

Neugestaltung Friedrichsplatz Rottweil

Kategorie: Wettbewerbe
ProjektDetails
Auslober:
Stadt Rottweil
2. Preis I 2025

Leitidee – Ein Ort zwischen Geschichte, Alltag und Fest
Die Neugestaltung des Friedrichsplatzes ist ein sensibler und zugleich kraftvoller Beitrag zur funktionalen, atmosphärischen und ökologischen Aufwertung der Rottweiler Innenstadt. Der Entwurf schafft eine Freiraumkomposition, die das historische Erbe bewahrt, an den Charakter des Areals um 1910 anknüpft – mit Randbereichen als Gehwegen und einem großzügigen Platz in der Mitte – und gleichzeitig neue Perspektiven für Nutzung, Mobilität und Stadtklima eröffnet. Neben Wegeverbindungen und klar definierten Aufenthaltsräumen entsteht ein wandlungsfähiger, belastbarer Stadtraum, der auch für Veranstaltungen bestens gerüstet ist.

Stadträumliche Einbindung und Identität
Der Entwurf knüpft an die gewachsene Struktur der Altstadt an. Bestehende Raumkanten, Sichtbezüge – etwa zur Predigerkirche – und topografische Gegebenheiten werden aufgenommen und gezielt weiterentwickelt. Der Auftaktplatz wird durch eingelassene „Quartiersmarker“ an den Gebäudeecken in Szene gesetzt und mit Informationen zur Stadtgeschichte verbunden.
Zusätzlich verweisen bodenbündig eingelassene „Hufspuren“ mit Text und QR-Code auf die historische Nutzung des Platzes als Rindermarkt und erläutern die historisch bedeutsamen Gebäude und Brunnen.
Die Gestaltung der Beläge folgt einem klaren Prinzip: Sämtliche Fußgängerbereiche werden mit Natursteinpflaster im Segmentbogenverband ausgeführt – langlebig, hochwertig und durch die Wiederverwendung vorhandenen Pflasters ressourcenschonend. Der Friedrichsplatz selbst erhält zur Betonung seines besonderen Charakters eine Intarsie aus dem sogenannten „Rottweiler Parkett“ – einem Betonpflaster, das auch in den angrenzenden Straßenräumen zum Einsatz kommt, jedoch in einer abgewandelten Farbgebung. So entstehen ein subtiler Bezug zur Umgebung und zugleich eine eigenständige Platzwirkung. Alle Pflasterbeläge erhalten einen versickerungsfähigen Aufbau.
Die Fahrspuren werden bewusst zurückhaltend behandelt, um dem Fußverkehr Vorrang zu geben. Nur in technisch notwendigen Bereichen – am Auftaktplatz und beim Anschluss zur Straße „Kriegsdamm“ – kommen Asphaltflächen zum Einsatz, um den Anforderungen des Busverkehrs und den Kräften in Kurvenbereichen besser stand zu halten.

Grünraum, Aufenthaltsqualität und Wasser
Zentrale gestalterische Elemente sind üppige Pflanzinseln mit klimaresilienten Baumarten (z. B. Lederhülsenbaum, Eisenholzbaum), die das Mikroklima verbessern, Struktur schaffen und Schatten bieten, sowie punktuelle Möblierung und bewusst gesetzte Leuchtelemente. Das neue Wasserspiel nimmt Bezug auf die bestehenden Brunnenanlagen und bildet eine gestalterische Verbindung zwischen der Fußgängerzone, dem Friedrichsplatz und dem Auftaktplatz. Der Marktbrunnen wird in das Gefüge des Auftaktplatzes eingebunden. Der Christopherus-Brunnen wird minimal versetzt und markiert das nördliche Ende des Platzes.

Weitere Projekte

Neubau Sport- und Kulturmitte Hedelfingen
IBA'27 I Neues Wohnen auf der Korber Höhe I Waiblingen
Öffentliche Räume Herrenberg